SEALIFE Trust Beluga Sanctuary

Einführung

Übersetzt von Britta Kallenberg im Blog Robbenfelsen. Sie hat ein paar eigene Anmerkungen und Ansichten zu dem Projekt und ich empfehle, ihren Blog auch zu lesen. 

Die Alternative zu Delfinarien und Delfinshows: Ein "Schutzgebiet/Sanctuary". Viele haben in den letzten Jahren diesen Begriff und das Konzept benutzt, die meisten davon Tierrechtsaktivisten. Besonders in den letzten paar Jahren kommt der Begriff häufig auf in der Diskussion um in Menschenobhut lebende Cetaceen (Delfine und Wale). Im weiteren Sinn des Konzepts soll ein "Sanctuary" eine natürlichere Umgebung sein, die als Refugium für frühere gefangene Meeressäuger gedacht ist. Der Fokus liegt hauptsächlich auf Tieren die für Shows und Präsentationen genutzt werden. Die bekannteren Namen in der Tierrechtsindustrie wie Ric O'Barry, Ingrid Visser und Jürgen Ortmüller haben alle bereits Sanctuaries erwähnt als bessere Alternative für die zur Zeit in Zoos gehaltenen Cetaceen. Sie haben sogar alle den Wunsch geäußert, so ein Projekt zu verwirklichen oder machten sogar den Versuch eins zu bauen, oft indem sie Leute um Spenden baten.  Der Plan dieser Projekte ist meist, die zur Zeit gehaltenen Tiere in solch ein "Schutzgebiet" zu bringen und auf lange Sicht diese sogar auszuwildern. Auch wenn dieses Konzept seit vielen Jahren erwähnt wurde, hat niemand bis jetzt einen professionellen Versuch gestartet (ausgenommen der fehlgeschlagenen und oberflächlichen Projekte bei denen Tiere bereits gestorben sind) bis letztes Jahr, als SEALIFE Trust zwei Belugas aus einem chinesischen Meerespark nach Island brachte, um sie auf ein neues Leben im weltweit ersten Beluga-Sanctuary vorzubereiten. Ihr Sanctuary liegt in der Klettsvikbay, derselben Bucht in der der berüchtigte Orca "Keiko" aus den "Free Willy"-Filmen untergebracht wurde, im Versuch ihn auszuwildern.

Ungewöhnlich ist, dass dieses Projekt nicht von einer Tierrechtsorganisation verwirklicht wurde sondern von Merlin Entertainments, einem Hauptakteur in der Themenpark- und Aquariumindustrie. Merlin Entertainments ist Besitzer vieler SEALIFE-Aquarien weltweit und bekannter Themenparks wie Alton Towers und den vielen Legoland-Standorten. Merlin Entertainments hatte Delfine in einer Reihe seiner Themenparks wie Heidepark Soltau in Deutschland und Gardaland in Italien, aber im letzten Jahrzehnt änderten sie ihre Richtlinien, deren Grundsatz sich nun gegen das Halten von Cetaceen für Unterhaltungszwecke richtet. Seither haben sie alle ihre Delfinhaltungen und Delfinshows beendet. 2012 kaufte Merlin Entertainments das chinesische Aquarium in dem diese zwei Belugas lebten. Damals wurden sie als Showtiere genutzt. Wegen ihrem neuen Regelwerk mussten sie ein neues Zuhause für die beiden Wale finden, so nahm der Sanctuary-Plan Form an. Der SEALIFE Trust ist eine Stiftung die mit dem Cornish Seal Sanctuary assoziiert war sowie mit Rettungsaktionen innerhalb der SEALIFE-Aquarien. Zusammen mit dem WDC (Whale and Dolphin Conservation Society) koordinierten sie dieses Projekt. Als ich über das Projekt recherchierte, fand ich hauptsächlich Meinungen von Leuten die nicht sehr glücklich darüber waren. Von Seiten der Zoos, die sich natürlich gewissermaßen bedroht fühlen von diesem Konzept, da es ihre Art der Cetaceen-Haltung direkt angreift, aber auch von Seiten vieler Aktivisten, die nicht gerade lobend von dem Versuch sprachen. Die Tiere wurden fast ein Jahr lang auf ihren Transport zum Sanctuary vorbereitet. Weil ich es wichtig finde, meine eigenen Nachforschungen anzustellen und die Dinge mit eigenen Augen zu sehen um mir ein Urteil zu bilden, besuchte ich die Tiere kurz vor ihrem Transport in die Bucht, als sie noch in einem '"Pflegebecken" waren, um mehr über dieses Projekt zu erfahren. Meine Beobachtungen sind in diesem Artikel.

                                                         Standort
Das Beluga Sanctuary liegt auf den Westmänner-Inseln oder Vestmannaeyjar, einer kleinen Inselgruppe an der Südwestküste Islands. Genauer auf der Insel Heimaey, die mit einer Größe von 13,4 km² die größte Insel der Gruppe ist und die einzige Insel, die ständig bevölkert ist mit etwas über 4.500 Bewohnern. Die Insel ist vulkanisch und besitzt einen Vulkan. Der letzte Ausbruch war im Januar 1973, was unerwartet kam, da man dachte, der Vulkan "Eldfell" sei nicht mehr aktiv. Die Insel verlor 400 Häuser an diesem Tag und gewann 2,24 km² Land hinzu, nachdem Einwohner und US-Armee (die in Reykjavik stationiert war), 6 Monate kämpften um die Lava vom Hafen fernzuhalten.  Der Hafen ist die Haupteinnahmequelle der Stadt und wird von Vielen als der wichtigste Fischereihafen des Landes gesehen. Es ist sogar den Fischern zu verdanken, dass die Einwohner in der Nacht des Ausbruchs von der Insel fliehen konnten. Die meisten Stadtbewohner arbeiten im Hafen oder sind an Hafen und dort liegenden Fabriken angegliedert. Heimaey hat einen recht stabilen Touristenstrom, der aus Menschen innerhalb Islands und Touristen von anderen Ländern besteht. Es gibt einen Flughafen auf der Insel aber er ist seit 2010 außer Betrieb wegen lokaler Konflikte. Deswegen können Touristen und Importe die Insel nur mit Booten, Schiffen oder anderen Wasserfahrzeugen erreichen. Die einzige Passage für diese Fahrzeuge geht durch die Klettsvik-Bucht.

Oben: Sicht auf die Westmännerinseln aus dem Flugzeug mit Heimaey in der Mitte. Klettsvikbucht mit Sancuary in blau, Hafen in rot, der grüne Punkt ist der Vulkan Eldfell. Der orangene Pfeil ist die einzige Route zur Insel und wieder hinaus. Wie ihr sehen könnt ist die Insel sehr klein und abgelegen. Sie ist sogar kleiner als Sylt und Amrum.


Klettsvik-Bucht - Der Standort des Sanctuary

Die Klettsvik-Bucht liegt direkt neben dem Hafen in einer Einbuchtung, die der einzige Zugang zur Insel ist. Diese Bucht wurde auch genutzt um Keiko, den berüchtigten Orca der "Free Willy"-Filme zu halten. Es wurde ein Versuch unternommen das Tier auszuwildern, und man nutzte die Bucht als sein temporäres Zuhause. Das neue Sanctuary-Projekt der Stiftung “ SEALIFE Trust”, Teil der Firma “Merlin Entertainments”  ist tatsächlich ähnlich in der Art in der Keiko gehalten wurde. Sie werden die zwei Belugas oder "Weißwale" (Delphinapterus leucas) in der Bucht halten, in einem Versuch ihnen einen natürlicheren Lebensraum zu geben. Ihr Ziel ist es, die Erkenntnisse dieses Programms als Einschätzung und möglichen Entwurf zu nehmen um weitere gefangene Cetaceen in Zukunft zu rehabilitieren. Beachtet, dass die Tiere nie frei in der kompletten Bucht schwimmen werden; ein kleinerer Bereich der Einbuchtung wurde mithilfe von Netzen, Pontons und Flößen abgetrennt. Innerhalb dieser Netze sind Plattformen und kleinere Konstruktionen die als Medizinische Pools und Abtrennbecken gedacht sind. Die Tiere werden nicht wirklich frei schwimmen innerhalb der Bucht - so wie viele Menschen scheinbar denken-, sondern hinter den Netzen verbleiben.. 

Oben: Links seht ihr das Werbefotos von SEALIFE. Es macht vielleicht den Eindruck, dass die Tiere die ganze Bucht zur Verfügung haben. Das ist nicht der Fall. Links und Mitte sind zwei malerisch wirkende Landschaftsaufnahmen, die ich von der Bucht gemacht habe. Wenn ihr genau hinseht, seht ihr hier das Netz und die Bojen. Das zeigt das eigentliche Gebiet an, wo die Belugas leben werden.

Für mich war es interessant, dass die Bucht nicht so abgelegen ist, wie ich erst dachte als ich die Fotos im Internet sah. Die Bucht liegt in der Tat sehr nah am Hafen und ist direkt in der Einbuchtung die auch die einzige Passage zur Insel darstellt. Die Fähre fährt sogar direkt durch die Bucht und am Sanctuary vorbei. Es gibt viel Schiffsverkehr, industrielle Entwicklung und Tourismus um die Bucht, von denen ich mich frage, ob diese Faktoren den Tieren nicht schaden. SEALIFE erwähnt die Risiken und Gefahren für wilde Belugas auf einem Schild in ihrem Besucherzentrum und diese beinhalten: "Lärmverschmutzung", "Schiffsverkehr" und "industrielle Projekte". All dies ist präsent in der unmittelbaren Nähe des Sanctuarys. Ihr findet später im Artikel eine direkte Antwort von SEALIFE in Bezug auf einige dieser Faktoren. Gegenüber des Sanctuary ist sogar ein Steinbruch

                       Wenn man näher an die Kante tritt, sieht (und hört) man plötzlich einen aktiven Steinbruch. 

Diese Fläche ist 32.000 Quadratmeter groß und 10 Meter tief an der tiefsten Stelle. Das Gehege besteht aus Netzen und Pontons. Es gibt bereits Delfinarien die ähnliche Konstruktionen benutzen. Pontons durchbrechen die Wasseroberfläche, um den Ort zu schützen und größere Wellen zu brechen. Die Netze sind so gebaut, dass Fische, Krebstiere und andere Tiere die in der Bucht leben, hindurch schwimmen können, so dass die Belugas mit der lokalen Tierwelt interagieren können. Innerhalb des Gebietes gibt es noch ein kleineres Gehege das als Eingewöhnungsbecken und Medizinischer Pool dient. Die Tiere werden die erste Zeit nach dem Transport in diesem kleineren Gehege verbringen. Plattformen für die Mitarbeiter sind vorhanden, auch um deren Schiffe zu vertäuen. Nach dem ursprünglichen Plan sollten die Tiere bereits im Frühjahr 2020 in die Bucht umziehen, weshalb bei Robins Besuch bereits alles fertig war. Der Transport wurde einige Male verschoben. Als Gründe wurden sowohl die Corona-Pandemie genannt, als auch eine kleine Infektion, die beide Tiere hatten. Die andauernden Verzögerungen lösten bei vielen Menschen Unverständnis aus.

 Oben: Fotos vom Land aus aufgenommen, sodass ihr einen Überblick bekommt von den Größenverhältnissen. Unten: Ich war mit einem kleinen Boot in der Bucht. Die letzten drei Fotos wurden sehr nah beim Sanctuary aufgenommen, vom Wasser aus. Auffallend fand ich, wie ruhig das Wasser in der Bucht war.

  

                                        Nähe zum Hafen
 
Das Sanctuary liegt sehr nah am Hafen. Von mehreren Aussichtspunkten auf der Insel kann man den Hafen und das Sanctuary auf einen Blick sehen. Die Flöße des Sanctuarys sind vom Hafen aus zu sehen. In der Nähe der Bucht ist eine Touristenattraktion: Die Heimaey-Stabkirche. Der Hafen besteht aus Fischerbooten verschiedener Größen und einigen Fabriken. Diese Fabriken arbeiten den ganzen Tag. Dies hat viele Menschen besorgt in Bezug auf die Tiere. Was ist mit dem Schiffsverkehr der im Hafen stattfindet? Wird die Lärmverschmutzung von Schiffen und Industrie des Hafens die Tiere nicht stören? Was wenn es einen Industrieunfall im Hafen gibt wie etwa ein Ölleck oder eine Explosion? Das ist hier viel wahrscheinlicher als bei einem abgelegeneren Ort. Gibt es Abfälle der Fabriken, die Luft oder Wasser verschmutzen, was ist mit der ständigen Aktivität die dort herrscht? Ich gebe zu, als ich in der Gegend wanderte, stellte ich mir ähnliche Fragen. Die Nähe zum Hafen ist groß. Ich würde auch noch hinzufügen, dass es zu jeder Stunde einen lauten Knall gab, ähnlich dem eines lauten Kanonenschusses oder als ob Feuerwerke im Hafen abgefeuert würden. Später hörte ich von einem Einwohner, dass dies ein Versuch ist, die Möwen von den Fischfarmen im Hafen fernzuhalten. Ich konnte das nicht beobachten, aber die Möwen flogen wirklich alle auf und davon nach diesen Schüssen, also scheint die Geschichte zu stimmen. Es war sehr laut und ich bin sicher, man kann das auch in der Bucht hören. Ich weiß nicht, ob es unter Wasser hörbar ist, aber es sollte erwähnt werden, da der "Schuss" so laut ist. 

 Oben: Auf dem ersten Foto seht ihr das Touristengebiet mit der Stabskirche von Heimaey, das Sanctuary liegt dahinter. Auf dem zweiten Foto seht ihr die Bojen des Sanctuary vom Hafen aus. Beachtet das rote Feld. Auf dem letzten Foto seht ihr dasselbe rote Feld das die Lage der Stabskirche anzeigt.

Panoramafoto. Der Hafen in rot, das Sanctuary in blau und die Steinbruch in grün. 

Ich bin sogar auf den Vulkan Eldfell geklettert, der einige hundert Meter hoch ist, um Fotos der Bucht aus verschiedenen Höhen zu machen. Auf allen Fotos kann man das Sanctuary und den Hafen zusammen sehen. So bekommt ihr einen besseren Eindruck der Lage:

 

Schiffsverkehr

Wie schon erwähnt führt der einzige Weg zur Insel Heimaey durch die Einbuchtung, die aus der Klettsvik-Bucht und dem Sanctuary besteht. Die Fähre passiert sie 14 Mal jeden Tag (7 Mal zur Insel und 7 Mal zurück). Das beginnt früh am Morgen um 7 Uhr. Die letzte Fähre verlässt das Festland Richtung Heimaey um 23:45 Uhr. Also fährt sie ständig durch die Bucht. Die Fähre die vom Festland nach Heimaey fährt, wird Herólfjur 2941 genannt und ist ein 68,86 Meter langes Hybrid (halb-elektrisches) Schiff, das 2019 gebaut wurde. Es fährt in der Hauptsaison 14 Mal durch die Bucht. Eine Tour vom Festland zur Insel dauert 35 - 40 Minuten. Dieses Schiff fährt mit ziemlicher Geschwindigkeit, aber bremst etwas ab wenn es in die Bucht einfährt. Ich habe diese Fähre zur Insel genommen und zurück zum Festland. Sie fährt nah am Sanctuary vorbei und man bekommt einen guten Blick darauf wenn man auf den Decks steht. Es gibt wenige Plätze und ich hörte vom Reisebüro, dass die Touren ständig ausgebucht sind während der Sommerzeit; daher werden die Touren oft auf mehr als 14 pro Tag erhöht. Man hört die Fähre auch noch aus mehreren hundert Metern Entfernung und wenn man auf dem Berg steht. 

Ich habe auch das Kreuzfahrtschiff “Le Bellot” gesehen, als es in die Bucht fuhr. Eine von vielen Schiffsverkehr-Szenerien die ich in nur wenigen Stunden sah. Der Kreuzer zischte direkt am Sanctuary vorbei. Er war auch sehr laut von einigen hundert Metern Entfernung und war nicht elektrisch. Ehrlich gesagt machte er ziemlichen Krach. 

Es gab auch viel Bootsverkehr von kleineren Schiffen in der Nähe des Sanctuary. Sie kommen ihm sogar noch näher als die großen Schiffe. Es gibt mehrere Bootstour-Betriebe im Hafen. Ich habe mindestens drei gezählt. Einer davon, der Ribsafari heißt, bietet Touren zum Sanctuary an. Dieser Betrieb wird auch Bootstouren dahin anbieten, wenn die Belugas dort leben. Ich habe viele Stunden in der Nähe des Sanctuary verbracht und es gab wirklich viel Schiffsverkehr. Das ist nicht überraschend, wo doch die Bucht der einzige Zugang zur Insel ist. Die Nähe der Schiffe zum Sanctuary ist beachtlich und daher kann ich die Sorgen der Menschen verstehen.. 

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Die Einrichtung

Unten seht ihr das Gebäude, in dem das SEALIFE Trust- Besucherzentrum liegt. Es ist zu beachten, dass SEALIFE nur im Erdgeschoss arbeitet. Sie teilen sich das Gebäude mit einem Konferenz- und Infocenter auf den anderen Etagen. Die obersten Etagen sind Wohnungen. Das Gebäude ist eine ehemalige Fischfabrik und liegt direkt am Hafen. Sie haben noch ein separates Gebäude neben dem Zentrum gebaut wo die Belugas untergebracht sind (waren). Neben dem Gebäude fanden Bauarbeiten statt bei meinem Besuch. Das Zentrum befindet sich an der optimalen Stelle in Bezug auf Tourismus, denn man trifft sofort auf es nachdem man die Fähre verlässt. Für mich war es etwas überraschend, das Zentrum in so einem Gebäude zu finden, da es wie eine normale Fabrik oder ein Wohnhaus aussieht. Man würde hier nicht ein Aquarium oder gar ein Vogel-Rettungszentrum oder Walbeckensystem vermuten in solch einem Gebäude. Als SEALIFE sich auf der Insel einrichtete, übernahmen sie die alte Sammlung von Aquarienfischen des “Heimaey Museum und Aquarium” und übernahmen auch das Vogelrettungsprogramm.  Das Heimaey-Museum ist noch geöffnet und liegt wenige hundert Meter entfernt, aber hat nun keine lebenden Tiere mehr. Die Fische und Vögel zogen ins neue SEALIFE-Gebäude um. Deswegen werden das SEALIFE Trust-Besucherzentrum und das Heimaey-Museum noch immer häufig verwechselt, besonders im Internet auf Webseiten wie Tripadvisor und Tourismus-Seiten über die Insel. Man muss wissen, dass man im Heimaey-Museum dafür bezahlen konnte, die geretteten Tiere zu streicheln, bei SEALIFE ist das zur Zeit nicht möglich.

Als ich mich genauer bei dem Anbau umsah, bemerkte ich, dass ein Teil des Filtersystems für das Belugabecken einfach offen an der Straße zu sehen war.

Wie ihr sehen könnt, kann jeder sehr einfach an das Filtersystem gelangen. Ich bin nicht sicher, ob es in dem Moment in Betrieb war, aber es war mit Wasser gefüllt und summte auf jeden Fall. Ich konnte direkt herankommen und wenn ich, oder jemand anderes, vor hätte, es zu beschädigen oder zu manipulieren, nichts und niemand könnte einen davon abhalten. Das schien mir sehr seltsam.

Besucherzentrum

Das Besucherzentrum ist sehr klein. Wenn man dem Weg folgen würde, ohne an den Gehegen anzuhalten und ohne die Informationsschilder zu lesen, wäre man in etwa 5 Minuten wieder draußen. Man beginnt in der Eingangshalle die den Schalter am Eingang beinhaltet wo man sein Eintrittsticket bezahlt und am Ende des Raumes befindet sich ein kleiner Geschenkshop. An diesem Geschenkshop kommt man auch wieder an, wenn man den Besuch beendet hat. Wenn man bezahlt hat, betritt man das Zentrum durch eine Halle und kommt zum ersten Gehege. Durch ein Fenster sieht man die geretteten lokalen Vögel von über und unter Wasser.  Wie bereits erwähnt, übernahm SEALIFE  die Vogelrettung vom alten Aquarium. Papageitaucher und Trottellummen werden gezeigt. Dies sind gerettete Vögel die für immer bleiben. Wenn man dem Gang weiter folgt, betritt man den nächsten Raum wo man weitere Details der Vogelrettungs-Abteilung sieht. Man folgt der Route zum nächsten Bereich in dem etwa 7 Aquarien stehen mit einheimischen Fischen. Diese Fische kommen auch hauptsächlich vom alten Aquarium. Die Becken variieren in der Größe von winzig zu einem ziemlich großen Tank mit Kabeljauen und Seewölfen. Informationen über die Tiere sind vorhanden. Auch wenn man einige Minuten bei den Aquarien verweilt und ein paar Fotos macht, dauert es nur wenige Minuten an allen vorbeizugehen.  Nach dem Aquariumsbereich beginnt die Ausstellung über die Belugas.

Wenn man die Beluga-Ausstellung betritt, läuft man durch zwei Räume die praktisch die Geschichte der Tiere erzählen. Angefangen in China bis zum Plan sie in das Sanctuary zu bringen. Das besteht hauptsächlich aus Infoschildern und Fotos. Es gibt auch einen Projektor der zwei computeranimierte Belugas zeigt, die durch etwas schwimmen, das die Bucht darstellen soll. Der Bildschirm zeigt die Worte: "Zuhause im Ozean" was Verwirrung auslösen könnte bei Besuchern, die denken könnten, sie planen die Tiere frei zu lassen . Dies steht im Widerspruch zu einem Schild im selben Raum, das aussagt, sie planen nicht, die Tiere komplett auszuwildern. Viele Schlagwörter wie “Wilde Träume” und “Ehemals gefangene Wale” verleihen den Eindruck, dass sie die Belugas auswildern würden aber auf anderen Schildern wird das anders dargestellt. Das wirkte etwas verwirrend.

Diese Räume bestehen fast nur aus den Schildern und Fotos an den Wänden. Wichtig zu erwähnen ist auch, dass sie Lärmverschmutzung sowie Lärm von Schiffsverkehr und Verschmutzung von der Industrie als schädlich für die Tiere bezeichnen. Obwohl diese Faktoren sehr wahrscheinlich auch im neuen Zuhause der Tiere vorhanden sind.

Das Ende und absolute Highlight des Rundgangs ist ein einziges kleines Fenster durch das man die beiden Belugas sehen kann (konnte). Dieses Fenster wird bezeichnet als:  "Tierwohl-Beobachtungsfenster". Ein Spendentrichter steht direkt daneben. Dies ist die einzige Gelegenheit für Besucher die Tiere zu sehen. Fotos machen und das Glas zu berühren ist verboten. Die Belugas schienen sehr neugierig und waren sehr interaktiv mit den Besuchern. Das Fenster war ein großer Anziehungspunkt für Besucher: Sie drängten sich vor der Scheibe um die Tiere zu sehen. Danach läuft man durch einen Gang und geht durch eine Tür, wo man bemerkt, dass man wieder beim Geschenkshop angelangt ist und der Rundgang vorüber ist. Es ist insgesamt eine sehr kurze Tour, auch wenn man alle Schilder liest.

Tiere

Die Tiere schienen in guter Verfassung zu sein, soweit ich das beurteilen kann. Ich bin natürlich keine Tierärztin. Meine Meinung, die auf meinen Beobachtungen basiert, ist, dass die Tiere sehr aktiv und wach waren und nicht seltsam aussahen, auch wenn sie sehr sehr dick waren. Im sozialen Netzwerk erklärte SEALIFE Trust, dass sie darauf abzielten, das Gewicht und den Fettgehalt der Tiere zu steigern, um sie auf die Bucht vorzubereiten und dies war meiner Meinung nach sehr deutlich zu sehen. Die Haut der Tiere sah normal aus und keine Wunden oder unnatürlich viele Kratzer (rakemarks)  waren zu sehen. Die einzige Ausnahme war Little Grey’s Maul, das an den Rändern der "Lippen" ein paar Narben und Einschnitte hat. Man kann an den Fotos in der Ausstellung sehen, dass dies bereits in China der Fall war, aber die Einschnitte sind seither größer geworden.
Die Tiere waren sehr neugierig und mit Besuchern, besonders Kindern, sehr verspielt. Sie konnten leicht angelockt werden um am Fenster mit ihnen zu interagieren. Sie kamen sehr schnell zum Spielen und waren sehr auf Menschen fokussiert. Ich habe an zwei Tagen insgesamt 4 Stunden an diesem Fenster verbracht, um die Tiere zu beobachten. Sie sind sehr auf Menschen geprägt, sowohl was ihre Pfleger als auch die Besucher angeht. Man sah, dass die Belugas zu zwei weiteren Pools Zugang hatten, aber sie entschieden sich die ganze Zeit über, im Fensterbereich zu bleiben. Sehr oft machten sie lange Zeit über Spyhops (mit dem Kopf über Wasser Ausschau halten) am selben Punkt innerhalb des Beckens. Später fand ich heraus, dass dies der Punkt war, von dem aus sie das Personal sehen konnten, wenn es im Raum war. Sie waren sehr darauf fixiert, wenn etwas über der Wasseroberfläche vor sich ging. Die Tiere interagierten kaum miteinander. Sie schwammen meist ihre Routine-Runden durchs Becken und hielten mehrere Male am Fenster an, um Besucher zu beobachten. Sie rieben auch jedes Mal ihre Körper gegen das Fenster wenn sie daran vorbei schwammen.

Links: "Little White" Rechts: "Little Grey"


Während den Stunden, die ich diese Tiere beobachtete, war einige Male auch Spielzeug im Becken. Die Tiere spielten aber nur ein paar Sekunden damit oder manchmal gar nicht, während sie hingegen immer wieder ans Fenster zurückkehrten und aktiv die Interaktion mit den Menschen suchten. Dies gab mir den Eindruck, dass die Tiere mehr durch die Anwesenheit der Besucher unterhalten wurden als durch die Spielzeuge die sie in ihrem Becken hatten. Ich muss auch hervorheben, dass die Tiere fast nie miteinander interagierten, außer um sich gegenseitig aus dem Weg zu schubsen um besser durch das Fenster schauen zu können. .

Hinter den Kulissen

Ich konnte einige Fotos von den Tieren in ihrem Quarantänepool machen. Als Besucher kann man sie nur durch das Glasfenster sehen. Das gilt auch für die Vögel, Fische und eben die Wale. Deswegen sieht man sie nie direkt, nur durch das Glas. Es gibt kein Programm oder einen anderen Weg die Tiere zu sehen und anzufassen. Tatsächlich ist alles sehr streng und klinisch. Es gibt im Internet einige Verwirrung darüber, dass man die Tiere gegen Bezahlung anfassen könnte, aber das war damals, als die geretteten Vögel und Fische noch im alten Heimaey-Aquarium lebten. Dort konnte man ein VIP-Programm (Very Important Puffin) buchen und tatsächlich die geretteten Papageitaucher und anderen Seevögel anfassen. Dieses Programm wurde aber bereits im alten Gebäude beendet, da das ganze Streicheln durch die Touristen die Schutzschicht auf den Vogelfedern zerstörte. Das SEALIFE-Center präsentierte die Tiere daher wie jedes andere Rettungszentrum das ich besucht habe. 

 Die Belugas hinter den Kulissen. Ihr seht hier sehr gut, dass Little Grey viel extrovertierter ist und am aufgeschlossensten ist von den beiden.

 

Fragen, die SEALIFE beantwortet hat

Mir gelang es, mit einigen der Tierpfleger im Besucherzentrum zu sprechen und auch mit der Geschäftsführerin (Audrey Padgett) und ich bekam so Antworten zu fast allen Fragen die ich hatte in Bezug auf dieses Projekt. Das war sehr interessant! Es folgt eine Wiedergabe des Interviews:

Können Sie uns ein Wenig über Ihr Projekt und sein Ziel verraten?

SEALIFE Trust Beluga Sanctuary ist das erste Beluga-Schutzgebiet der Welt. Unser Ziel ist es, ein natürlicheres Habitat für ehemals gefangene Belugas zu schaffen. Unsere jetzigen Tiere werden die ersten Bewohner unseres Langzeit-Sanctuary sein, in dem bis zu 10 Belugas gleichzeitig leben können. Dieses Projekt ist das Erste seiner Art und wir sind bereit, ein Beispiel zu setzen und unsere Informationen mit anderen Einrichtungen zu teilen, die Cetaceen halten. Unser Ziel ist es, ihnen den natürlichsten Lebensraum zu geben der möglich ist. Dieses Projekt ist eine offene Einladung an andere Einrichtungen und Organisationen die ein ähnliches Projekt starten wollen.

Unsere ersten zwei Belugas, Little Grey und Little White, kamen aus einem Aquarium in China, Changfeng Ocean World in Shanghai. Dort wurden die Tiere für Shows genutzt. Dieser Park wurde von Merlin Entertainments im Jahr 2012 gekauft, und weil wir eine Richtlinie gegen das Halten von Meeressäugern für Unterhaltungszwecke haben, mussten wir ein neues Zuhause für die (damals 3) Belugas suchen. Sie an eine andere Einrichtung abzugeben, hätte die Situation für die Tiere nicht verbessert. So kam der Plan in Gang. Zusammen mit unserer Partnerstiftung SEALIFE Trust, die zu der Zeit bereits mit dem Cornish Seal Sanctuary in England arbeitete, und mit der Whale and Dolphin Conservation Society (WDC ) wurde dieses Projekt erdacht.
Wir haben das Projekt über viele Jahre geplant und vorbereitet mit einem großen professionellen Team. Dazu gehört der Direktor des Merlin Entertainment's Animal and Welfare Department; Rob Hicks und Andy Bool, der Leiter des SEALIFE Trust. Wir haben Leute rekrutiert die viel Ahnung haben und zusammen haben wir das Projekt koordiniert, an dem wir seit über 7 Jahren arbeiten.

Unsere Hoffnung ist, dass wir eine Vorlage für andere Einrichtungen liefern, die das Leben ihrer Cetaceen in anderen Haltungssituationen verbessern wollen. In dieser Hinsicht sind Little Grey und Little White Botschafter.

Dies ist ein sehr innovativer und moderner Versuch, Meeressäuger zu halten aber auch ein ziemlich kontroverses Thema. Haben Sie irgendwelche negativen Reaktionen zu Ihrem Projekt bekommen?

Ja, natürlich, weil es um Tiere geht, war es von vornherein eine emotionale Diskussion. Auch wenn ich persönlich erst seit etwas über einem Jahr bei diesem Projekt bin, habe ich schon einen Wechsel in der Meinung gesehen, sogar unter Leuten von anderen Einrichtungen. Ich glaube unsere Bereitschaft, unser Projekt offen zu legen, ist der richtige Weg, dieses schwierige Thema unter die Menschen zu bringen.

Wir wollen klar machen, dass es um die Tiere geht. Wir wollen den Tieren helfen und ihnen das qualitativ beste Leben geben das möglich ist und wir wollen über das Wohlbefinden der Tiere und Naturschutzaspekte informieren. Es geht um die Art und Weise wie man diese Diskussion aufwirft. Sich nicht gegenseitig anbrüllen, sondern normal reden und die gegenseitige Meinung respektieren.

Mit dem SEALIFE Trust haben wir ein engagiertes Team, dem die Tiere wichtig sind. Nicht, ob es richtig oder falsch ist, sondern ob die Tiere gesund sind. Wir haben Dr. Isabella Clegg, die Nachforschungen über die Gesundheit von Little White und Little Grey anstellt. Wir messen auch das Cortisol, wir nehmen Speichel-, Blut- und Hautproben der Tiere dafür. Wir sind offen für andere Forschungen und wollen so transparent wie möglich sein.

Warum wurden Island und dieser spezifische Ort gewählt?

Es gab viele mögliche Orte. Es war ein langer Prozess des Ausschlussverfahrens bis wir auf diesen Ort stießen. Wir schauten uns zum Beispiel auch Russland an. Es gab so viele Faktoren die wir beachten mussten. Wo gibt es einen Ort mit richtiger Wassertemperatur, mit dem richtigen Klima, welche Stelle ist nicht zu abgelegen und rau was Wetter und Umwelt angeht etc? Wir schauten auch nach einem Ort an dem die lokale Bevölkerung unser Projekt verstehen und akzeptieren würde. Angesichts der Stelle; hier lebte der Orca Keiko und die Stadt war in dieses Projekt involviert, daher war ihnen unser Konzept nicht fremd. Sie verstanden die Idee dahinter und viele Menschen wollten tatsächlich mit uns zusammenarbeiten. Wir sind sehr glücklich mit diesem Ort weil die Insel eine tolle Geschichte hat was Tierschutz angeht, in Bezug auf die Rettung von Papageitauchern und anderen Seevögeln. Diese Stelle ist auch ruhig aber dennoch erreichbar, um Menschen zu informieren und Leute mit dem Projekt zu verbinden. Wir erreichen hier viele Besucher, die in unserem Besucherzentrum lernen, wie intelligent Wale eigentlich sind. Sogar lokale Fischer sagen nun, sie sehen jetzt,wie intelligent diese Tiere sind, und dass sie nicht nur “dumme Fische” sind, wie sie vorher dachten.

Können Sie uns ein Bisschen über die Tiere und ihren Charakter erzählen?

Little Grey ist aufgeschlossener. Sie ist die Erste die kommt und das Pflegerteam begrüßt, ist stimmfreudiger, die Erste die neues Spielzeug ausprobiert und ist verspielter. Little White ist etwas mehr introvertierter und reservierter. Little White wurde selbstsicherer in dieser Umgebung, aber sie ist noch immer etwas schüchtern und hinkt ein bisschen hinterher. Sie fühlt sich besser, wenn sie die Dinge erstmal aus der Distanz beobachtet, vor allem wenn neue Leute kommen, bis sie sich ihr gegenüber würdig erweisen.

Weil sie soviel Zeit zusammen verbringen, wurde Little Grey auch zu einer Art Vorbild. Sie kopieren einander manchmal im Verhalten; manchmal ist Little White jetzt die Erste beim Training. Es hängt auch von ihrer Stimmung ab aber sie haben beide ihren eigenen Charakter.

Welches Trainingsprogramm haben die Tiere zur Zeit?

Das kann man in drei Stufen einteilen:

  1. Haltung und medizinisches Training. Wie Blutabnahme und Speichelproben nehmen, aber auch zum Beispiel Ultraschall um die Fettschicht zu messen. Sie wurden langsam von 15 Grad kaltem Wasser an 8 Grad Kaltes gewöhnt, um sie auf ihren Transport vorzubereiten, darum musste ihre Fettschicht erhöht werden.
  2. “Training” das mit ihrem Transport und Desensibilisierung zu tun hat.
    Der medizinische Pool hat einen hochfahrbaren Boden, also stellen wir sicher, dass sie daran gewöhnt sind. Das gilt auch für die Transportschlingen. Wir finden es wichtig, dass sie frei entscheiden können, in den medizinischen Pool hinein und wieder hinaus zu schwimmen, so dass sie sich darin wohlfühlen. Ich würde es nicht wirklich Training nennen. Natürlich ist diese Angewöhnung gemischt mit Abfragen von Verhalten das sie mögen (und kennen aus der Zeit wo sie für Shows trainiert wurden). Auch helfen ihnen die Trainingseinheiten mit ihren Pflegern dabei, sie besser an neue Leute zu gewöhnen, was in Hinsicht auf den Transport wichtig ist.
  3. Spielzeug. Wie etwa Puzzle um ihre Intelligenz zu fördern. Sie werden auch im Sanctuary noch Spielzeug brauchen. Wir zeigen ihnen auch viele neue Dinge wie Seegras, Bojen etc. Das ist eine Verbindung zu dem ,was sie im Sanctuary sehen werden.

Ihre tägliche Routine ist aber hauptsächlich das Training zur Haltung. Das Tierbeobachtungsfenster ist für sie auch Unterhaltung; sie hatten so etwas nicht in ihrem vorigen Zuhause. Das Fenster ist Umweltbereicherung, sie scheinen von Kindern angezogen zu sein. Vielleicht weil diese buntere Kleidung tragen und schnellere Bewegungen machen, aber sie sind an allen Besuchern sehr interessiert.

Wir geben ihnen auch Dinge wie den Futterball, das ist nicht Dasselbe wie Jagen, aber es fordert sie mental heraus, zu überlegen wie sie an das Futter kommen können. Mit all diesem Spielzeug hoffen wir ihnen beizubringen, wie sie ihre Gehirne und Körper einsetzen können um die Bucht zu erkunden. Jessica, unsere Belugakuratorin, die vorher im Shedd Aquarium arbeitete, beobachtet auch, wie es die Tiere beeinflusst, ihnen die Wahl zu überlassen, das ist eine interessante Studie.

Gibt es einen Plan ob die Tiere, wenn sie im Sanctuary leben, weiterhin eine Art Training erhalten werden? Mit Aufgaben, Medizinischem Training etc.?

Wir haben schon etwas Bewegungstraining mit ihnen gemacht um sie auf die Umgebung mit Gezeiten vorzubereiten. Wir haben ihre Ernährung angepasst und versucht, ihren Fettgehalt (Blubber) zu erhöhen, aber es geht nicht nur um Gewichtszunahme sondern sie brauchen eine optimale Kondition, um in der natürlichen Umgebung zu leben.

In der Bucht gibt es 2 kleinere Becken, ein quadratisches und eins in L-Form. Dort werden sie ihre erste Zeit im Sanctuary verbringen, um sich an die neuen Lebensumstände zu gewöhnen. Wir haben auch schon begonnen und werden es fortführen, Bootstraining zu machen, in dem die Tiere motiviert werden dem Pflegeteam im Boot zu folgen. Auf diese Weise können wir sie motivieren, die ganze Bucht zu erkunden.

Werden die Tiere eines Tages kein Training mehr bekommen und frei schwimmen ohne Kontakt zum Menschen?

Das ist nicht das Ziel dieses Projekts. Diese Tiere haben schon so lange in Gefangenschaft gelebt, dass sie für den Rest ihres Lebens Versorgung brauchen. Belugas können über 40 Jahre alt werden, das ist eine lange Zeit. Wir hatten nie vor, sie frei zu lassen oder sie komplett sich selbst zu überlassen. Belugas sind in diesen Gewässern nicht heimisch, daher wäre es nicht optimal, sie auszuwildern. Das Ziel ist, ihnen das möglichst natürlichste Leben zu geben und aus dieser Erfahrung zu lernen, um anderen Cetaceen in der Zukunft zu helfen.

Hat das derzeitige Pflegeteam Erfahrung mit Meeressäugern und/oder Training? Wie haben Sie die richtigen Leute für so ein Projekt gefunden?

Ja, zwei Mitglieder kamen aus China, wo sie schon mit Little Grey und Little White gearbeitet hatten. Einer davon hat schon über 10 Jahre mit diesen Tieren gearbeitet. Ihre Philosophie ist beeindruckend und mit ihnen über die unterschiedlichen Erfahrungen in zwei Einrichtungen zu sprechen ist sehr interessant. Wir haben auch Leute aus Island und von der ganzen Welt hier. Viele haben Erfahrung mit Meeressäugern und/oder anderen Tieren. Unsere Kuratorin Jessica hat über 20 Jahre Erfahrung mit Belugas!

Was das Team so besonders macht, ist, dass sie alle von verschiedenen Orten kamen aus verschiedenen Gründen, aber alle haben ein Ziel; den Tieren zu helfen. Vielleicht werden Menschen unserem Projekt gegenüber zunächst skeptisch sein, aber wir sind wirklich motiviert, diesen Tieren zu helfen und man kann den Kern davon fühlen. Wir stellen zur Zeit noch an und hoffen, das Team in der Zukunft noch zu erweitern.

Haben Sie Ihren eigenen Tierarzt für die Tiere in der Einrichtung? Kam ein Tierarzt oder Pfleger mit den Walen aus China?

Wir arbeiten mit zwei Veterinären vom Festland. Sie können die Fähre nehmen, wenn die Tiere medizinische Zuwendung brauchen. Wir arbeiten auch mit der International Zoo Veterinary Group, die direkt mit Merlin Entertainments kooperiert. Sie stellen auch Training und Wissen zur Verfügung für die isländischen Tierärzte. Zwei der Tierärzte des IZVG haben sogar in China mit Belugas gearbeitet. Wir werden sicherstellen, dass die Tierärzte beim Transport der Tiere anwesend sind. Auch wenn es eine kurze Strecke ist, ist es sehr herausfordernd, so große Tiere zu bewegen und wir werden das mit Vorsicht tun.

Ihr Ziel ist es, den Tieren den natürlichsten Lebensraum zu geben der möglich ist. Werden sie je frei schwimmen oder werden sie immer in der Bucht bleiben?

Diese Tiere wurden vor der Küste Russlands gefangen, und waren zu der Zeit vermutlich unter einem Jahr alt. Sie wurden in einer Forschungseinrichtung gehalten bevor sie nach Changfeng Ocean World kamen. Sie lebten 11 Jahre in Gefangenschaft; sie haben daher einfach nicht mehr die Fähigkeiten für sich selbst zu sorgen. Wie ich bereits sagte, ist das auch nicht das Ziel dieses Projekts. Wir Menschen haben sie aus ihrer natürlichen Umgebung genommen; unsere Verantwortung ist es jetzt für sie zu sorgen, darum sind wir hier. Unser Ziel ist es, ihnen die höchste Lebensqualität zu geben und das möglichst natürlichste Umfeld. Es ist auch ein Lernprozess. Werden sie je anfangen, selber Fische zu fangen? Das wissen wir noch nicht. Wir hoffen von diesem Prozess zu lernen und hoffentlich ist er nützlich, um weitere Cetaceen in Zukunft zu rehabilitieren.

Ich wuchs in Florida auf und besuchte dort Delfinshows in Seaworld und Marineland. Die Entwicklung der öffentlichen Meinung gegenüber gefangenen Meeressäugern war enorm. Früher dienten sie einem Zweck; es war die Art, den Menschen diese Tiere zu zeigen und ihnen etwas über sie beizubringen. Jetzt können wir es auf eine andere Weise machen. Darum machen wir Forschung und wollen die Ergebnisse offen teilen.

Wir zielen auch darauf ab, viel Bildung zu betreiben. Wir planen Schulprogramme. Edukation für Kinder ist so wichtig und löst ein Bewusstsein über diese Tiere aus. Sogar wenn die Belugas im Sanctuary sind, planen wir, Schulklassen auf Bootstouren hinzubringen, als Teil des Unterrichts, um über Belugas zu lernen.

Wie groß ist ihr neues Zuhause? Was ist die maximale Tiefe des Netzes?

32.000 Quadratmeter und die Bucht variiert in ihrer Tiefe aber am tiefsten Punkt ist sie 10 Meter tief. Wir hatten professionelle Taucher hier, die das Gelände checkten und Mitarbeiter schnorchelten, um die Bucht zu erkunden. Wir haben viele Wildtiere gesehen; Seegurken, Krebse, Seehasen, kleine Dorsche, sogar ein Plattfisch! Viele Kreaturen sind da, mit denen man interagieren kann. Das Terrain wechselt oft zwischen Felsen, Sand und anderen Untergründen, also gibt es für die Tiere viel zu entdecken!

Brauchen die Netze Instandhaltung? Gibt es ein Protokoll dafür?

Wir arbeiten mit einem lokalen externen Unternehmer für das Instandhalten der Netze. Er arbeitete auch schon an den Netzen von Keikos Gehege, also kennt er sich mit dieser Art Projekt aus. Er hat sehr professionelles Werkzeug. Er wird wöchentliche Kontrollen machen und unsere Mitarbeiter werden die Netze täglich checken. Die Netze sind auch doppellagig.

Ist es möglich, die Belugas in der Bucht zu besuchen? Ist es möglich, sie von Nahem oder wenigstens von etwas weiter weg zu sehen?

Ja, wir werden edukative Bootstouren von Ribsafari anbieten. Einer unserer Mitarbeiter wird auf diesen Booten sein um die Öffentlichkeit zu informieren. Man wird die Belugas von weiter weg sehen, etwa so wie eine Whale watching-Tour. Es ist für uns alle auch neu, somit werden wir sehen wie sich das entwickelt. Es wäre hilfreich, von den Touristen ein Feedback zu bekommen wie wir die Touren noch verbessern könnten.

Wie viele Mitarbeiter werden im Bereich Instandhaltung und Tierpflege in der Bucht arbeiten?

Abgesehen von einem externen Unternehmer für die Netze, wird unser Pflegeteam aus 6 engagierten Mitarbeitern bestehen, die sich um die Belugas kümmern.

Was passiert, wenn ein Beluga aus Versehen aus der Bucht entkommt?

Das ist sehr unwahrscheinlich, wegen des doppellagigen Netzes und der Tatsache, dass Belugas nicht gerne über Dinge springen. Wir haben dennoch ein Protokoll dafür. Wir haben alles getan was wir können und optimieren es kontinuierlich weiter.
Für den Fall, dass ein Tier außerhalb der Bucht endet, sind die Tiere mit einem Rückruf trainiert. Sie sind darauf trainiert, auf ein akustisches Klingeln zu reagieren. Sie erhalten auch das Bootstraining, so dass sie vermutlich ihren Pflegern in den Booten folgen würden. Außerdem haben wir Überwachungskameras rund um die Bucht mit einer 24-Stunden-Aufzeichnung. Wir wollen, dass die Wale sich sicher und wohl fühlen. Nicht, dass sie über Bojen hinweg schwimmen wenn sie sich erschrecken. Wir wollen auch private Bootsbesitzer daran hindern, zur Bucht (gemeint ist das Sanctuary) hinzuschwimmen.

Was passiert, wenn ein Beluga krank oder verletzt wird oder es einen Industrieunfall im Hafen gibt? Können die Belugas an einen sicheren Ort zurückgebracht werden im Fall eines Notfalls?

Wir haben ein Protokoll, die Tiere zurück in ihren Pflegepool zu bringen im Unglücksfall. So wie es ihre Quarantäne war, am Anfang ihrer Reise, ist es auch eine Notunterkunft. Eines der Becken im Netzkäfig hat einen hochfahrbaren Boden, so dass wir ein Tier, wenn es zurückgebracht werden muss, zurück zum Pflegebecken transportieren können. Wir haben für alles Protokolle, wie etwa für einen Unfall im Hafen und für das Szenario, dass wir die Tiere einmal für länger als 24 Stunden nicht füttern könnten wegen zum Beispiel sehr rauem Winterwetter.

Es gibt so viele Dinge die geschehen könnten. Wenn etwas passiert, können wir die richtigen Leute anrufen, wir haben viele Leute im Umfeld die uns gerne helfen und unser Ziel unterstützen. Wir sind sehr sicher, die richtigen Menschen auf unserer Seite zu haben.

Warum wurde der Transport verschoben auf Grund einer kleinen Infektion? Was passiert, wenn ein Tier innerhalb des Sanctuary ein Gesundheitsproblem bekommt?

Sie hatten beide eine Gastritis. Das ist eine Entzündung der Magenschleimhaut. Die Ursache war bakteriellen Ursprungs. Wir kennen den genauen Grund nicht; es könnte etwas sein, dass sie gefressen haben, auch wenn es viele Qualitätsprüfungen ihres Futters gibt. Um sie an eine lokalere Ernährung zu gewöhnen, bekommen sie jetzt eine Mischung aus isländischem Hering, kanadischer Lodde und anderen heimischen Fischen.
Es war nur eine kleine Infektion, aber wir wollten nichts riskieren. Wir wollten die Tiere nur bei optimaler Gesundheit transportieren. Es wäre auch schlecht, ihre Antibiotika-Gabe zu unterbrechen. Die Behandlung dieser Infektion ist jetzt beendet und wir warten auf eine Freigabe von unseren Tierärzten. Wir werden auch in der Bucht weiterhin medizinische Checks durchführen. Wir sind sicher, dass wir sie behandeln können, wenn sie in der Bucht leben, wegen unseres guten Trainings. Vertrauen und eine gute Beziehung zwischen Tieren und Tierpflegern aufrecht zu halten, war ein Hauptziel.

Werden die Tiere sich nicht vom Schiffsverkehr im Hafen gestört fühlen? Gibt es die Möglichkeit, sie darauf vorzubereiten oder daran zu gewöhnen?

Wir arbeiten in Zusammenarbeit mit dem Hafen. Die Fischer und anderen Bootskapitäne wie etwa die Firmen die Bootstouren anbieten, wissen alle von unserem Projekt. Wir haben ein Übereinkommen, was ihre Geschwindigkeit und Nähe zum Sanctuary angeht.  Glücklicherweise sind sie alle sehr kooperativ. Der große Vorteil ist, dass jeder hier jeden kennt. Die Schiffe nutzen zwei Arten von Sonar: Sonar, der direkt zum Boden geleitet wird und ein weit streuendes Sonar, um Fischschwärme aufzuspüren. Wir haben eine Übereinkunft, dass die Fischer ihr Sonar ausschalten, wenn sie sich der Bucht und dem Hafen nähern.

Die Fähre passiert nah am Netzkäfig aber fährt nur 8 km/h wenn sie in die Bucht einfährt. Unser Team war draußen und ist dort getaucht und hat Arbeiten am Netzkäfig vorgenommen und der Lärm ist wirklich nicht so schlimm. Die Fähre ist elektrisch, was bei der Lärmreduktion hilft.

Wir haben den Tieren im Pflegebecken auch Geräusche über und unter Wasser vorgespielt, damit die Tiere sich an den Lärm gewöhnen. Bedenken Sie, dass das Pflegeteam auch mit Booten zum Sanctuary fahren muss, darum bekommen die Belugas ein Bootstraining. Das ist Teil ihrer Desensibilisierung.

Das muss ein sehr teures Projekt sein, leben Sie nur von Spenden und Besuchern oder haben Sie auch Sponsoren?

Wir sind völlig gemeinnützig. Wir hängen von Spenden und Sponsoren ab. Die größte Spende kam natürlich von Merlin. Wir hoffen, in Zukunft noch mehr Sponsoren zu bekommen. Alle Einnahmen (Eintrittsgelder, Souvenirs) gehen direkt in die Bezahlung für das Pflegeteam und die Nahrung für die Tiere. Dieses Jahr war eine Herausforderung, aber wir werden noch wachsen und uns weiterentwickeln. Wir hoffen, in Zukunft weitere Partner, Sponsoren und Spenden zu erhalten.

Wie sieht die nahe Zukunft für Little Grey und Little White aus?

Wir haben die Behandlung ihrer kleinen Infektion beendet. Sie werden in sehr naher Zukunft in die Bucht gebracht. Wir sind jetzt dabei, alles zu organisieren, Menschen zu kontaktieren und auf die Freigabe der Tierärzte zu warten, dass die Infektion ganz weg ist. Wir werden jede Prüfung und jedes Protokoll erneut durchgehen vor dem Transport. Wir stellen auch sicher, dass Gesundheit und Sicherheit für das Team vorhanden sind. Es ist eine tolle Möglichkeit mit diesen Tieren zu arbeiten und es ist mit Sicherheit eine Gemeinschaftsaufgabe!

Fazit

Dies zu recherchieren, war ein sehr interessantes Thema. Das Projekt ist mit Sicherheit einzigartig. Als ich das erste Mal davon hörte, war ich sehr interessiert und hatte viele Fragen über die Durchführung des Programms. Die meisten dieser Fragen sind nun beantwortet. Viele standen dem Projekt negativ gegenüber, sowohl im zoologischen Bereich als auch in der Gemeinschaft der Aktivisten (die gegen Tierhaltung sind). Das Projekt wurde "Greenwashing" genannt und als Bedrohung für andere Einrichtungen und Projekte gesehen. Was ich erkannt habe, nachdem ich mit Mitarbeitern und Geschäftsführerin sprach, ist, dass diesen Leuten das Wohl der Tiere am Herzen liegt, und dass sie das Allerbeste für sie wollen. Die Managerin selber brachte Blutproben der Tiere mit der Fähre zum Festland an meinem ersten Tag vor Ort. Sie haben einige Szenarien aufgearbeitet und haben mehr Protokolle als ich früher dachte. Sie geben zu, dass es ein Lernprozess sein wird. Es scheint einen Unterschied zu geben zwischen der Art wie Merlin das Projekt präsentiert, und den Leuten die wirklich am Projekt und mit den Tieren arbeiten. Ich denke es war gut, dass ich vor Ort war und mit Einigen des Teams gesprochen habe.

Trotzdem.. die ‘Vermarktung’ dieses Projekts ist nicht sehr feinfühlig. In vielen Bereichen behauptet es, die Lösung und das Ende aller Delfinhaltung und Delfinshows zu sein, wovon ich mir vorstellen kann und auch weiß, dass dies nicht sehr gut ankommt bei Zoos die Cetaceen halten. Auf der anderen Seite wirbt es damit, die Tiere der Öffentlichkeit zu zeigen und dieser etwas über die Tiere beizubringen, indem sie die Tiere zeigen (und auch Geld mit der Tierhaltung machen) was genau Dasselbe ist, was ein moderner Zoo/Delfinarium tut. Sehr verwirrend und widersprüchlich für mich. Ich war auch überrascht, dass es nicht so kommerziell war wie wir dachten. Ja, natürlich bitten sie um Spenden. Es gibt einen nicht gerade subtilen Spendentrichter neben den Tieren und ein Schild am Ende der Tour, das erneut um Spenden bittet. Dennoch ist das Zentrum sehr exakt, schlicht und klinisch. Es erinnerte mich sehr an andere Rettungs- und Rehabilitations-Zentren (die auch meist einen Geschenkeladen haben und um Spenden bitten). Es gibt kein “Streichelt unsere Tiere gegen Geld"(es wird allerdings Bootstouren geben), aber sie fragen in der gleiche Weise nach Spenden wie das andere Rettungszentren und Tierparks tun. Es gab auch viel Information, auch wenn diese hauptsächlich das eigene Projekt betraf, auch über Belugas im Allgemeinen und über einheimische Fische und andere Meerestiere.

Ich persönlich denke, dass sie recht damit haben, dass sie viel von diesem Projekt lernen werden. Besonders wo ich jetzt weiß, dass sie das Cortisol messen und so viele erfahrene Mitarbeiter im Team haben. Ich glaube auch, wir könnten die Resultate nutzen um die Lebensbedingungen von Cetaceen künftig zu verbessern. Es ist sehr gut für Zoos, ihre Gehege zu verbessern und die Tiere natürlicher halten zu wollen, worin ich mit SEALIFE übereinstimme. Dennoch.. Ich wünschte, sie würden das Ganze nicht in so eine ‘Anti-Tierhaltung’-Atmosphäre kleiden. Man bekommt einen ziemlichen “was wir machen ist der richtige Weg und was andere Einrichtungen machen ist der falsche Weg” Eindruck von den Schildern im Zentrum. Die Belugas wurden innerhalb einer Woche nach meinem Besuch ins Sanctuary transportiert. Während Audrey in meinem Interview sagte: "Wir wollen offen sein und es geht darum, wie man das Thema zur Sprache bringt. Man muss andere Meinungen respektieren" lautete die Schlagzeile des Transports: "Befreit aus der Gefangenschaft!!!!" - das ist eine ganz andere Stimmung. Ich war auch überrascht, dass sie bis zu 10 Belugas in dieser Bucht halten wollen und ich bin sehr gespannt, wie dieses Projekt in Zukunft verlaufen wird. Ich habe noch immer meine Zweifel in Bezug auf einige Faktoren wie den Schiffsverkehr und ich möchte eine Fortsetzung machen, wenn die Belugas einige Zeit in der Bucht verbracht haben. Es wird interessant sein, zu erfahren, wie diese neue Umgebung die Tiere beeinflusst und ob das Projekt wirklich funktioniert und den Tieren nützt.

Ich empfehle, Brittas Meinung auch in ihrem Blog zu lesen: https://robbenfelsen.wordpress.com/